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Laurent Gbagbo bleibt an der spitze des PPA-CI in der Côte d’Ivoire

Die Entscheidung war mit Spannung erwartet worden, und sie fiel eindeutig aus. Auf ihrem Kongress in Abidjan bestätigte die Partei der afrikanischen Völker – Côte d’Ivoire (PPA-CI) Laurent Gbagbo einstimmig als ihren Vorsitzenden. Dies geschah an diesem Donnerstag, dem 14. Mai 2026. Mit 81 Jahren übernimmt der ehemalige ivorische Staatschef somit eine neue Amtszeit an der Spitze der Partei, die er im Oktober 2021 gegründet hatte, nachdem er sich endgültig vom Front populaire ivoirien (FPI) losgesagt hatte. Der Kongress, der erste seiner Art seit der Gründung des PPA-CI, findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem die radikale Opposition in der Côte d’Ivoire politisch an Einfluss verliert.

Ein Kongress, um die politische Marginalisierung zu überwinden

Der PPA-CI geht geschwächt aus einem Wahlzyklus hervor, an dem er sich teilweise bewusst nicht beteiligt hat. Die Partei verzichtete sowohl auf die Teilnahme an den Parlamentswahlen als auch an der Präsidentschaftswahl im Oktober 2025. Diese Wahlen wurden vom Regierungslager ohne nennenswerte Opposition gewonnen. Die Absenz des PPA-CI, die von den Parteiverantwortlichen mit als unfair empfundenen Bedingungen begründet wurde, hat dazu geführt, dass die Formation weder parlamentartische Vertretung noch eine bedeutende öffentliche Plattform besitzt. Der Kongress in Abidjan soll genau diese Lücke schließen und der geschwächten Bewegung wieder eine klare strategische Ausrichtung geben, nachdem sie in den letzten drei Jahren sowohl juristische Niederlagen als auch politische Rückschläge hinnehmen musste.

Für Laurent Gbagbo steht dabei viel auf dem Spiel. Zum einen geht es darum, seine persönliche Führung innerhalb der Partei zu stärken, die intern von einigen Kadern infrage gestellt wird. Diese kritisieren vor allem die anhaltende Unwählbarkeit des ehemaligen Präsidenten, der aufgrund seiner Verurteilung in der sogenannten « BCEAO-Raubaffäre » von den Wählerlisten ausgeschlossen bleibt. Zum anderen muss der PPA-CI wieder eine spürbare politische Rolle einnehmen, während sich die ivorische politische Landschaft neu formiert: Das Rassemblement des houphouëtistes pour la démocratie et la paix (RHDP) und die Erben des Parti démocratique de Côte d’Ivoire (PDCI) prägen zunehmend die Szene.

Eine Opposition auf der Suche nach neuem Schwung

Die Wiederwahl Laurent Gbagbos spiegelt eine größere Debatte über die generationenübergreifende Weitergabe innerhalb der westafrikanischen Oppositionsbewegungen wider. Für seine Anhänger bleibt der ehemalige Präsident eine prägende Figur des panafrikanistischen linken Spektrums, das in den 1980er Jahren entstanden ist. Seine Kritiker sehen in seiner erneuten Amtszeit jedoch ein Zeichen für die Schwierigkeiten afrikanischer Parteien, glaubwürdige Nachfolger aufzubauen. Auf dem Kongress konnte sich kein klarer Thronfolger durchsetzen, obwohl mehrere langjährige Vertraute, darunter einige der ersten Mitstreiter Gbagbos, weiterhin Schlüsselpositionen im Exekutivsekretariat besetzen.

Zudem muss der PPA-CI seine Bündnisstrategie klären. Die in den letzten Monaten geführten Gespräche mit dissidenten PDCI-Kadern und zivilgesellschaftlichen Plattformen haben bisher noch zu keiner offiziellen Koalition geführt. Ohne eine breite Zusammenarbeit bleibt die gbagboistische Formation jedoch chancenlos in einem politischen Umfeld, in dem das Lager von Alassane Ouattara über eine komfortable parlamentarische Mehrheit und eine flächendeckend verankerte Verwaltung verfügt.

Welche Aussichten hat der PPA-CI bis 2030?

Die vom PPA-CI angepeilten Ziele richten sich nun auf die Kommunal- und Regionalwahlen, die für 2028 anstehen, sowie auf die Präsidentschaftswahl im Jahr 2030. Während des Kongresses wurden mehrere Weichenstellungen vorgenommen: Dazu gehören die Reform des lokalen Parteiapparats, die Stärkung der digitalen Kommunikation und die politische Ausbildung junger Aktivisten. Die Partei beansprucht zwar eine Präsenz in fast allen Departements des Landes, doch die Umwandlung dieses flächendeckenden Netzes in Wahlerfolge blieb bei den letzten Urnengängen enttäuschend.

Eine besonders heikle Frage bleibt die Wählbarkeit Laurent Gbagbos. Seine Anwälte setzen sich weiterhin für seine Wiedereintragung in die Wählerverzeichnisse ein und berufen sich dabei auf die teilweise Amnestie, die ihm nach seiner Rückkehr nach Abidjan im Juni 2021 gewährt wurde. Solange dieses rechtliche Hindernis nicht beseitigt ist, wird der PPA-CI weiterhin von einem Vorsitzenden geführt, der gleichzeitig allgegenwärtig und blockiert ist. Diese Situation schränkt die Fähigkeit der Partei ein, sich über die Person ihres Gründers hinaus zu entwickeln.

Das Ergebnis des Kongresses bestätigt jedenfalls, dass die Nachfolgefrage vorerst aufgeschoben bleibt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Wiederwahl des ehemaligen Präsidenten den Beginn einer echten Rückeroberung des politischen Terrains markiert oder ob sie lediglich den Status quo einer militanten Bewegung zementiert.